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Berliner Schlaganfallregister (BSR)

Pro Jahr erleiden ca. 11.000 bis 12.000 Menschen in Berlin einen Schlaganfall: Ursache sind zumeist Hirninfarkte oder transitorische ischämische Attacken, TIA, (bis zu 90 %), seltener sind es Hirnblutungen (bis zu 10 %) und Subarachnoidalblutungen ( bis zu 5 %). Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache einer erworbenen Behinderung bei Erwachsenen. Er ist somit auch von großer sozioökonomischer Bedeutung. Da sich mehr als 50 % der Schlaganfälle bei 75-Jährigen und Älteren ereignen, ist aufgrund der demografischen Entwicklung mit einer steigenden Anzahl von Neuerkrankungen zu rechnen.

Im April 1999 konstituierte sich eine Arbeitsgemeinschaft (AG) Stroke Units als lockerer Verbund mit dem Ziel, ein Forum zur Koordination und Verbesserung der Schlaganfallbehandlung in Berlin sowie zur Fortbildung und Diskussion aktueller Themen zu bieten. Die Mitglieder der AG rekrutieren sich aus den neurologischen Abteilungen von Berliner Krankenhäusern, die entweder eine Überwachungseinheit für Patienten mit akutem Schlaganfall (Stroke Unit) betreiben oder einen besonderen Schwerpunkt in der Behandlung von Schlaganfällen haben. Ende 2000 regte die Senatsverwaltung für Gesundheit, Frauen und Soziales eine Kooperation der AG Stroke Units mit der Ärztekammer Berlin an mit dem Ziel, ein Register zur Erfassung der Behandlungsqualität zu etablieren. In den Jahren 2000 bis 2006 wurden in den teilnehmenden Einrichtungen einheitlich Daten zur Schlaganfallbehandlung erhoben und durch die Ärztekammer Berlin ausgewertet.

Anfang 2007 gründete sich aus den Mitgliedern der AG Stroke Units das Berliner Schlaganfallregister (BSR) bei der Ärztekammer Berlin. Ziel war es, die Erfassung und Auswertung der Daten regional und bundesweit zu vereinheitlichen und eine Vergleichbarkeit der Schlaganfallbehandlung mit anderen Regionen zu ermöglichen. Das Berliner Schlaganfallregister trat im gleichen Jahr dem Allgemeinen Deutschen Schlaganfallregister (ADSR) bei. Die neue Basis für die Erfassung und Auswertung der Daten stellt seitdem der bundesweit einheitliche Dokumentationsbogen der ADSR dar, in dem medizinische, strukturelle und logistische Parameter in der Akutbehandlung erhoben werden. Die Teilnehmer des Berliner Schlaganfallregisters (in 2012: 18 Berliner Kliniken und zwei Kliniken aus Brandenburg) erhalten ihre Daten in einer vergleichenden Darstellung mit den anderen Teilnehmern des Registers (s.u.). In größeren Abständen werden auch bundesweite Vergleiche durchgeführt. Ca. 75 % der Berliner Patienten mit einem akuten Schlaganfall werden in einer Klinik behandelt, die am Berliner Schlaganfallregister beteiligt ist.

Unter dem Dach der ÄKB werden in den Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft der Kliniken die jährlichen Ergebnisse der Schlaganfalldaten besprochen mit dem Ziel, die Schlaganfallbehandlung kontinuierlich weiter zu verbessern. So konnte in der Vergangenheit im Bereich der Organisation der Versorgung in den Kliniken Verbesserungen erreicht werden. Mehr Patienten können nach einem Hirninfarkt nach Hause oder in die Reha-Klinik entlassen werden. Neben der kritischen Diskussion der Behandlungsergebnisse werden in der AG zudem regelmäßig aktuelle Themen in Fortbildungen behandelt.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel "Qualitätssicherung in der Schlaganfallversorgung" in Berliner Ärzte 9/2008

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