Seit vielen Jahren tragen Ärztinnen, Ärzte und andere Berufsgruppen in Gesundheitseinrichtungen zur Verbesserung der Qualität bei. In den folgenden Darstellungen dieses Interentauftrittes wird das Ergebnis dieser Qualitätsarbeit in Berlin zusammengeführt und dargestellt.
Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung sind heute häufig verwandte Begriffe,
als pure Selbstverständlichkeit in aller Munde und doch mit einer
beeindruckenden Bandbreite an unterschiedlichsten Interpretationen.
In der Ärztekammer Berlin wurde dem Thema Qualität von Anfang an hohe
Priorität eingeräumt. Dabei gehört die Förderung des fachübergreifenden
Erfahrungsaustausches und der interprofessionellen Zusammenarbeit, die
Weiterentwicklung von breiter sozialer Kompetenz und eine ganzheitlichen Sicht
bei der Behandlung und Betreuung von Patientinnen und Patienten nach unserem
Verständnis zum Handwerkszeug von Ärztinnen und Ärzten, um nachhaltige
Veränderungen in Organisationen, Systemen und Teams herbeizuführen.
Neuentwicklungen in Prozessabläufen setzten sich leichter durch, wenn die
sozialen Bedürfnisse und Interessen berücksichtigt und angemessen gefördert
werden. In der konkreten Qualitätsarbeit setzt die Ärztekammer Berlin vor allem
auf eine Kultur der Kommunikation und gibt dem im Vertrauen geführten Dialog den
Vorrang vor einer Kultur der Überwachung. Allerdings braucht eine solche
Vorgehensweise auf der anderen Seite eine klare Entscheidung für eine offene
Qualitätsdarlegung. Vertrauen ist wichtig und Transparenz schafft Vertrauen!
Gute Qualität ist in der Regel ein Ergebnis des Zusammenwirkens von
sinnvollen Strukturen, gut koordinierten Prozessen und einem langfristigen
Überwachen der Ergebnisse. Diese Bedingungen entstehen nicht selbstverständlich
von alleine, sondern bedürfen oft schwieriger und langwieriger Prozesse, in
denen um die besten Bedingungen gerungen wird und in dessen Verlauf alle
Beteiligten zu einem Zuwachs an Erfahrung kommen können. Dies bringt neue
Sichten und Anregungen mit sich, die eine Verbesserungen der Arbeits- und
Ablaufprozesse möglich machen.
Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement - Was ist was nun genau und vor
allem worin unterscheiden sich die beiden Begriffe?
Qualitätssicherung und
Qualitätsmanagement sind zwei Seiten einer Medaille, die im besten Fall
aufeinander aufbauen und sich ergänzen.
Als Qualitätsmanagement (QM) bezeichnet
man das Vorgehen, mit dem innerhalb einer Einrichtung die Arbeitsabläufe und
Prozesse so gestaltet werden, dass bestmögliche Ergebnisse mit effizientem
Einsatz der Ressourcen erzielt werden. Instrumentarien der Qualitätserhebung
korrespondieren mit Festlegungen der Qualitätspolitik und der Qualitätsziele,
deren Steuerung im obersten Management angesiedelt sein sollte. Die
strukturierte Zusammenarbeit aller Führungskräfte ist eine wichtige
Voraussetzung für den Erfolg des Qualitätsmanagements, das Qualitätsplanung,
Qualitätsmessung, Qualitätslenkung, Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung
beinhaltet. (teilweise zitiert aus dem Glossar des BÄK Curriculums "Ärztliches
Qualitätsmanagement").
Externe Qualitätssicherung bezeichnet in
der Regel Maßnahmen, bei denen in der Einrichtung erfasste Daten von einer
externen Stelle zu Statistiken verarbeitet werden, die dann als Basis für
Vergleiche der Einrichtungen untereinander dienen. Jede Einrichtung erhält dazu
ihre eigenen Ergebnisse im Vergleich zum Gesamtkollektiv und hat so die
Möglichkeit, ihre eigenen Leistungen und ihre Qualität zu bewerten. In der Regel
werden solche Daten Diagnosen bezogen erfasst. Seit dem Jahr 2001 gibt es in
Deutschland ein bundesweit einheitliches Verfahren der externen vergleichenden
Qualitätssicherung bei der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS).
Im Ergebnis heißt dies, dass die Themen, die im Rahmen der Strukturqualität
(personelle und finanzielle Ressourcen; Qualifizierungsstand des Personals;
Ausstattung, Zustand und Aktualität der notwendigen Geräte und Materialien:
Lage, Verkehrsanbindung und Ausstattung des Standorts u.ä.) und die Themen der
Prozessqualität (Abstimmung der Ablaufplanung; Zusammenarbeit der
unterschiedlichen Disziplinen und Berufsgruppen) in der Regel in den
Führungsebenen angesiedelt sind und dem Qualitätsmanagement zugeordnet werden
können, während die Aktivitäten, die sich mit dem Erfassen und Verarbeiten von
Daten sowie dem Generieren von konkreten Ergebnissen befassen, im Bereich der
Qualitätssicherung bearbeitet werden und im Idealfall als Instrument zur
Steuerung der Qualitätsarbeit und des Controllings im Rahmen des
Qualitätsmanagements genutzt werden.